28.01-06.02 Visite d'une délégation de la FDEE au Burkina Faso

Die Fondation Dr. Elvire Engel ermöglicht jungen Menschen in Burkina Faso den Start in ein selbstbestimmtes Leben.

Burkina Faso zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern dieser Erde und steht somit seit 2004 im Focus der Fondation Dr. Elvire Engel (FDEE). Jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass es keineswegs ausreichend ist, nur die Spendengelder in ein Entwicklungsland zu verschicken – wenigstens genauso entscheidend ist die langjährige persönliche Projektbegleitung vor Ort.

 

In Begleitung der Präsidentin der FDEE, Suzette Elsen, reist zu Beginn des neuen Jahres eine achtköpfige Delegation nach Ouagadougou, um bei dem Start eines neuen Ausbildungszyklus von 50 künftigen Biobauern auf der seit 2005 bestehenden Lehrfarm Tond Tenga („unser Land“) anwesend zu sein. Die Jugendlichen, die aus fünf Dörfern im Umkreis von 100 Kilometern der Stadt rekrutiert wurden, werden nun zwei Jahre lang auf der Lehrfarm in biologischen Produktionsmethoden und anschliessender Kommerzialisierung ihrer Produkte ausgebildet, bevor sie Kooperativen bilden und in ihre Dörfer zurückkehren. Unter Einbeziehung ihrer Familien wird die Betreuung in den jeweiligen Kooperativen für ein weiteres Jahr mit dem Ziel fortgesetzt, dass die erfolgreiche biologische Landwirtschaft in den Dörfern viele Nachahmer findet.

Bei einem Besuch in zweier der im vergangenen Jahr neu gegründeten Kooperativen in Bazoulé und Poa wird deutlich, was für ein steiniger Weg vor den Jungbauern liegt, bevor sie die Früchte ihrer Arbeit ernten können, denn der Regen fällt in diesem Teil der Erde nur in den Monaten Juli bis Oktober. Somit bildet ein bis zu 60 m tiefer Brunnen den Mittelpunkt jeder Kooperative. Kaum stecken die jungen Pflanzen in der staubigen roten Erde ihre Köpfe hervor, machen sich hungrige Ziegenherden über sie her, so dass sich eine lückenlose Umzäunung der Kooperativen als unumgänglich erwiesen hat. Und ist da noch das Gold. Wird in der näheren Umgebung eines Dorfes plötzlich eine Goldader entdeckt, so gibt es für viele der jungen Bauern kein Halten mehr. Wer will schon Tomaten anbauen, wenn alle Freunde beim Goldschürfen vermeindlich reich werden?

Doch Gold ist trügerisch, erklärt man uns wenige Tage später in Poura, einer Stadt etwa 180 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt. Die nahegelegene Goldader ist längst versiegt, geblieben ist die Verseuchung des Bodens durch Quecksilber und andere Chemikalien, die zur Trennung des Goldes vom Gestein benötigt werden. Die Minenunternehmen sind weitergezogen, Investitionen in die Zukunft des Landes wurden vergessen. Doch wie soll sich ein Land entwickeln, dessen junge Bevölkerung nicht lesen und nicht schreiben kann?

Um diesen Missständen entgegen zu wirken, wurden mit Mitteln der FDEE in Poura seit 2011 eine Grundschule  für über 600 Kinder und ein Gymnasium erbaut, welches anlässlich des Besuchs der luxemburgischen Delegation feierlich und in Anwesenheit des Gouverneurs eingeweiht wird. Demnächst soll die Grundsteinlegung für ein Mädcheninternat erfolgen, denn gerade für junge Frauen wird der Zugang zu Bildung oft dadurch unmöglich gemacht, dass sie von ihren Eltern kurzerhand und oft gegen ihren Willen verheiratet werden. Für viel zu viele Mädchen bleibt der Besuch einer Schule ein Traum, der sich nie erfüllen wird.

Wie aussichtslos das Leben von jungen Müttern in Burkina Faso aussehen kann, wird uns wenige Tage später bei einem Hausbesuch einer HIV infizierten Mutter vor Augen geführt. Dank des von der FDEE finanzierten Projektes Viimde („Leben“) wird dieser Mutter und dem Baby eine konstante Betreuung und medikamentöse Behandlung gewährleistet. Das Auftreten von HIV/Aids führt in Burkina Faso automatisch zur Stigmatisierung und endet nicht selten mit dem Ausschluss der Frauen aus ihren Familien. Ziel dieses seit 2013 bestehenden Projektes ist es, den Frauen nicht nur wieder zu einer stabileren Gesundheit zu verhelfen, sondern ihnen zusätzlich durch Vermittelung von Mikrokrediten die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben und sie auf diese Weise wieder ins soziale Leben zu einzugliedern.

Die Gesundheitsversorgung in Burkina Faso ist äußerst schlecht, es fehlt größtenteils an basismedizinischen Einrichtungen. Die FDEE setzt sich deshalb für die Belange der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein, das sind vor allem Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen. So unterstützt die FDEE, und dies im Sinne ihrer Gründerin Dr Engel, Gynäkologin, verschiedene Kinder- und Geburtsstationen mit medizinischem Material, um sowohl den Müttern als auch ihren Neugeborenen eine Überlebungschance zu bieten. Alle Projekte der FDEE werden zu 75% vom Ministère des Affaires étrangères et européennes kofinanziert.